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Das Buch ist sehr übersichtlich strukturiert: Vier Teile und insgesamt 22 Kapitel haben jeweils eine kurze Zusammenfassung. In der Einleitung liest man, dass das Buch auch für den eiligen Leser konzipiert wurde, der nicht von vorne nach hinten liest sondern eher blättert und zwischen Kapitel springt aber das Lesen von vorne nach hinten ist alles andere als langweilig. Keine Angst vor der englischen Sprache, ich musste mir nur einzelne Wörter nachschlagen, der Satzbau ist auch für Nicht-Muttersprachler angenehm.

Die „Connected Company“ dreht sich nicht ausdrücklich um Social Media, mehr um Soziale Netzwerke auch im realen (Berufs-) Leben. Die Beispiele und Analogien sind sehr lebensnah. Zitat:

„Any dictator will tell you that in order to control the state, you must control the media. So ask yourself: Who controls the media today? And which way are the trends heading?”

Die Konsumenten haben sich selbständig gemacht, Kunden sind zunehmend über Social Media miteinander vernetzt, in diesem Sinne sind zuerst die Kunden untereinander „connected“. Den Wettbewerb um den Kunden, der heute mitten im Laden mit dem Smartphone Vergleichsangebote einholen kann, wird das kundenfreundliche Unternehmen gewinnen, Kundenorientierung braucht Vorrang vor optimierten Produktions- und Lieferketten. Im Dialog mit den Kunden erfährt das Unternehmen nicht nur Kundenbedürfnisse sondern nimmt zugleich Trends wahr und kann frühzeitig reagieren oder sogar Trends mitgestalten.

“… companies must operate not as machines but as learning organisms, purposefully interacting with their environment and continuously improving, based on experiments and feedback.”

Wie das geht, wird sehr anschaulich beschrieben. Ein gutes Unternehmensziel besteht darin, Werte für Kunden zu erzeugen, während man Profit macht. Profit als solcher ist jedoch kein (lohnendes)  Ziel, nur ein Effekt. The Connected Company vermittelt, wie so ein Unternehmen strukturiert sein muss wie sie funktioniert, wie man es führt und wie man da hinkommt.

Eine Connected Company ist ein Netzwerk, das sich innerhalb größerer Netzwerke bewegt. Macht und Einfluss in Netzwerken basieren wesentlich auf Wahrnehmung/ Kenntnis (awareness) und auf Kontakten. Wer viele Kontakte hat und viele dieser Kontakte direkt und erfolgreich erreichen kann und außerdem spürt, wie das Netzwerk tickt, der hat Einfluss. Dave Gray und Thomas Vander Wal haben die Dynamik, die Erkenntnisse und die Regeln aus Social Media in das Wirtschaftsleben zurückübertragen.

Der Ansatz ist spannend für alle Branchen – große wie in kleine Unternehmen – und geht explizit auch auf Existenzgründungen ein.
Empfehlens- und lesenswert – von vorne nach hinten oder einzelne Kapitel nach Bedarf.

the Connected Company, Dave Gray, Thomas Vander Wal
O’Reilly, September 2012, 16,95 €